Der Umgang mit Angehörigen im Altenheim ist ein zentraler Teil der Pflege – oft genauso wichtig wie die direkte Arbeit mit den Bewohnern. Entscheidend ist eine Mischung aus Fachlichkeit, Empathie und klarer Kommunikation.
Grundprinzip: Angehörige = Partner in der Pflege
Angehörige sind nicht „störend“, sondern:
- wichtige Informationsquelle (Biografie, Gewohnheiten)
- emotionale Stütze für den Bewohner
- oft selbst belastet oder verunsichert
👉 Ziel: Zusammenarbeit statt Konflikt
Wie man richtig mit Angehörigen umgeht
1. Respektvoll und wertschätzend
- freundlich begrüßen
- ernst nehmen, auch bei Kritik
- nicht von oben herab sprechen
💬 Beispiel:
„Ich verstehe, dass Sie sich Sorgen machen.“
2. Klar und verständlich kommunizieren
- keine Fachsprache ohne Erklärung
- ehrlich, aber sensibel sein
- keine falschen Versprechen
👉 Besonders wichtig bei Themen wie
Demenz oder Verschlechterungen.
3. Aktiv zuhören
- ausreden lassen
- Gefühle wahrnehmen (Angst, Schuld, Trauer)
- nachfragen statt sofort reagieren
4. Nähe und Distanz richtig halten
- freundlich, aber professionell bleiben
- keine privaten Diskussionen
- klare Grenzen setzen
5. Einbeziehen statt ausschließen
- in Pflegeprozesse einbinden (wenn sinnvoll)
- Wünsche berücksichtigen
- bei Veränderungen informieren
Schwierige Situationen meistern
😡 Angehörige sind wütend oder fordernd
- ruhig bleiben
- nicht persönlich nehmen
- sachlich antworten
💬 „Ich sehe, dass Sie unzufrieden sind – lassen Sie uns gemeinsam schauen, was wir verbessern können.“
Angehörige sind emotional belastet
- Mitgefühl zeigen
- nicht sofort „Lösungen aufzwingen“
- manchmal reicht einfach zuhören
Grenzen setzen
Wenn Angehörige zu viel verlangen:
- freundlich, aber klar bleiben
💬 „Das kann ich so nicht leisten, aber ich biete Ihnen folgende Lösung an …“
Rechtlich wichtig (kurz & klar)
- Schweigepflicht beachten
- Infos nur weitergeben mit Einwilligung des Bewohners
- bei Vollmacht → Angehörige dürfen entscheiden
Goldene Regeln für die Praxis
- ruhig bleiben – auch wenn es schwer ist
- immer respektvoll bleiben
- Probleme früh ansprechen
- dokumentieren (wichtig!)
Einfach merken:
👉 Angehörige sind oft nicht schwierig – sie sind überfordert.
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