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Sepsis früh erkennen: Warnzeichen für Pflegekräfte

Bei einer Infektion können plötzliche Verwirrtheit, schnelle Atmung und starke Verschlechterung entscheidende Warnsignale sein.

Pflegefachkraft kontrolliert bei einem älteren Patienten Atmung und Puls
Pflegefachkraft kontrolliert bei einem älteren Patienten Atmung und Puls
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Was ist eine Sepsis?

Eine Sepsis ist eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Die Reaktion gerät außer Kontrolle und kann Organe schädigen. Ausgangspunkt können zum Beispiel Infektionen der Atemwege, Harnwege, Haut, Wunden oder des Bauchraums sein. Nicht jede Infektion führt zu einer Sepsis – doch eine rasche Verschlechterung muss konsequent abgeklärt werden.

Pflegekräfte stellen keine Sepsisdiagnose. Sie haben aber häufig den engsten Kontakt zu Patienten und Bewohnern und können frühe Veränderungen erkennen, messen, dokumentieren und unverzüglich an den zuständigen ärztlichen beziehungsweise notfallmedizinischen Dienst weitergeben.

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Warnzeichen, die zusammengehören können

Offizielle Gesundheitsinformationen nennen unter anderem plötzlich auftretende Verwirrtheit, Kurzatmigkeit oder schnelle Atmung, Herzrasen, Fieber oder Schüttelfrost, starkes Schwitzen, Schmerzen und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Gerade ältere, immungeschwächte oder sehr gebrechliche Menschen können jedoch auch ohne hohes Fieber schwer erkrankt sein.

Entscheidend ist das Gesamtbild: Wirkt die Person deutlich kränker als zuvor? Verändert sich der Bewusstseinszustand? Steigt die Atemfrequenz? Fallen Blutdruck, Sauerstoffsättigung oder Urinmenge ab? Einzelwerte ersetzen keine klinische Einschätzung, aber eine neue Kombination aus Infektionszeichen und Organfunktionsstörung ist ein dringender Eskalationsgrund.

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Beobachten und messen – ohne Zeit zu verlieren

Bei einer akuten Veränderung werden nach Einrichtungsstandard Vitalzeichen und klinische Beobachtungen erhoben: Bewusstsein und Orientierung, Atemfrequenz und Atemarbeit, Puls, Blutdruck, Temperatur, Sauerstoffsättigung sowie Hautfarbe und Hauttemperatur. Auch Schmerzen, Ausscheidung, Trinkmenge und bekannte Infektionsquellen sind relevant.

Messungen dürfen die Alarmierung nicht unnötig verzögern. Bei schwerer Atemnot, Bewusstlosigkeit, Kreislaufkollaps oder anderen akuten Notfallzeichen gilt der vorgesehene Notfallweg. Eine Person mit Verdacht auf eine schwere Infektion wird nicht allein gelassen.

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Strukturiert kommunizieren

Eine kurze strukturierte Übergabe hilft, Dringlichkeit sichtbar zu machen: Wer ist betroffen? Was hat sich seit wann verändert? Welche Infektion oder Vorerkrankung ist bekannt? Welche Vitalzeichen wurden wann gemessen? Welche Maßnahmen wurden bereits durchgeführt?

Statt „Bewohner wirkt schlecht“ ist eine konkrete Formulierung hilfreicher: „Seit 30 Minuten neu verwirrt, Atemfrequenz 30 pro Minute, Puls 118, Blutdruck 92/58, Temperatur 38,6 °C; gestern Harnwegsbeschwerden.“ Werte werden mit Uhrzeit dokumentiert und Veränderungen im Verlauf weitergegeben.

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Typische Fehler vermeiden

Gefährlich sind Abwarten trotz deutlicher Verschlechterung, das alleinige Fixieren auf Fieber, eine verspätete Übergabe am Schichtende oder die Annahme, Verwirrtheit gehöre im Alter einfach dazu. Auch ein einzelner normaler Messwert schließt eine schwere Entwicklung nicht sicher aus.

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Merksatz für die Praxis

Infektion plus neue deutliche Verschlechterung bedeutet: genau hinschauen, Vitalzeichen erheben, klar kommunizieren und unverzüglich eskalieren. Weiterführendes Wissen findest du im Bereich Pflegewissen und bei den Pflege-Tools.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Sepsis: Ursache, Symptome, Behandlunggesund.bund.de – Bundesministerium für Gesundheit · 2026 · abgerufen 2026-10-25
  2. Infektionen und Infektionskrankheitengesund.bund.de – Bundesministerium für Gesundheit · 2026 · abgerufen 2026-10-25
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