Maßnahmen und Prophylaxen in der Pflege: Was ist der Unterschied? – In der Pflege begegnen uns oft die Begriffe Maßnahmen und Prophylaxen. Beide gehören zum Pflegealltag und dienen dazu, die Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität von pflegebedürftigen Menschen zu erhalten oder zu verbessern. Trotzdem bedeuten sie nicht dasselbe.
In diesem Beitrag erklären wir den Unterschied einfach und mit praktischen Beispielen.
Was sind pflegerische Maßnahmen?
Pflegerische Maßnahmen sind alle geplanten Handlungen, die Pflegekräfte durchführen, um eine Person zu unterstützen, Beschwerden zu lindern oder die Selbstständigkeit zu fördern.
Sie orientieren sich am individuellen Pflegebedarf und werden in der Pflegeplanung festgelegt. Maßnahmen können täglich, regelmäßig oder nur in bestimmten Situationen durchgeführt werden.
Typische pflegerische Maßnahmen sind zum Beispiel:
- Unterstützung bei der Körperpflege
- Hilfe beim Anziehen und Ausziehen
- Mobilisation und Unterstützung beim Aufstehen
- Hilfe bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme
- Medikamentengabe nach ärztlicher Anordnung
- Wundversorgung
- Beobachtung von Schmerzen, Atmung oder Hautveränderungen
- Unterstützung bei Ausscheidung und Toilettengängen
- Gespräche, Orientierung und soziale Betreuung
Eine Maßnahme kann also sehr unterschiedlich sein. Sie wird immer danach ausgewählt, was die pflegebedürftige Person gerade braucht.
Was sind Prophylaxen in der Pflege?
Prophylaxen sind vorbeugende Maßnahmen. Das Wort „Prophylaxe“ bedeutet Vorbeugung. In der Pflege geht es dabei darum, Risiken frühzeitig zu erkennen und gesundheitliche Probleme möglichst zu verhindern.
Prophylaxen sind damit ein Teil der pflegerischen Maßnahmen. Jede Prophylaxe ist eine Maßnahme, aber nicht jede Maßnahme ist eine Prophylaxe.
Das Ziel ist, Komplikationen und Folgeerkrankungen zu vermeiden. Besonders wichtig sind Prophylaxen bei Menschen, die wenig mobil sind, lange im Bett liegen, Schwierigkeiten beim Essen oder Trinken haben oder an bestimmten Erkrankungen leiden.
Beispiele für wichtige Prophylaxen
Dekubitusprophylaxe
Die Dekubitusprophylaxe soll Druckgeschwüre verhindern. Sie ist besonders wichtig bei Menschen, die sich nicht selbstständig bewegen können.
Mögliche Maßnahmen sind regelmäßige Positionswechsel, Hautbeobachtung, Mobilisation, Druckentlastung und eine ausreichende Ernährung sowie Flüssigkeitszufuhr.
Thromboseprophylaxe
Die Thromboseprophylaxe soll verhindern, dass sich ein Blutgerinnsel in den Blutgefäßen bildet. Das Risiko steigt vor allem bei Bewegungsmangel, nach Operationen oder bei längerer Bettlägerigkeit.
Dazu gehören Mobilisation, Bewegungsübungen, ausreichendes Trinken, Kompressionsstrümpfe oder Medikamente nach ärztlicher Verordnung.
Pneumonieprophylaxe
Die Pneumonieprophylaxe dient der Vorbeugung einer Lungenentzündung. Besonders gefährdet sind Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Atemproblemen.
Wichtige Maßnahmen sind Atemübungen, Mobilisation, aufrechte Lagerung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die Förderung von tiefem Durchatmen.
Sturzprophylaxe
Die Sturzprophylaxe soll Stürze und mögliche Verletzungen vermeiden. Dazu werden persönliche Risiken wie Schwindel, Unsicherheit beim Gehen, Sehprobleme oder ungeeignetes Schuhwerk berücksichtigt.
Mögliche Maßnahmen sind eine sichere Umgebung, gute Beleuchtung, rutschfeste Schuhe, Gehhilfen, ein erreichbarer Klingelknopf und Unterstützung beim Aufstehen.
Kontrakturenprophylaxe
Die Kontrakturenprophylaxe verhindert, dass Gelenke versteifen und Bewegungen eingeschränkt werden.
Dafür sind regelmäßige Bewegung, Mobilisation, aktive oder passive Bewegungsübungen sowie eine korrekte Lagerung wichtig.
Der wichtigste Unterschied
Der Unterschied lässt sich einfach zusammenfassen:
Pflegerische Maßnahmen unterstützen, versorgen, beobachten oder behandeln eine Person im Alltag.
Prophylaxen sind spezielle pflegerische Maßnahmen, die Krankheiten, Komplikationen oder Einschränkungen verhindern sollen.
Ein Beispiel: Wenn eine Pflegekraft einer Person beim Waschen hilft, ist das eine pflegerische Maßnahme. Wenn sie dabei die Haut kontrolliert, gefährdete Stellen entlastet und auf Rötungen achtet, ist das gleichzeitig Teil der Dekubitusprophylaxe.
Warum ist dieser Unterschied wichtig?
Für Pflegekräfte ist es wichtig, Maßnahmen und Prophylaxen klar zu unterscheiden. Dadurch kann die Pflegeplanung besser erstellt, dokumentiert und individuell angepasst werden.
Eine gute Pflege berücksichtigt nicht nur bestehende Probleme. Sie versucht auch, Risiken früh zu erkennen und mögliche Beschwerden zu verhindern. Genau hier spielen Prophylaxen eine zentrale Rolle.
Fazit
Maßnahmen und Prophylaxen gehören eng zusammen. Maßnahmen umfassen alle Handlungen der Pflege, während Prophylaxen gezielt der Vorbeugung dienen.
Eine professionelle Pflege plant beide Bereiche individuell: Sie unterstützt Menschen im Alltag und schützt sie gleichzeitig vor vermeidbaren Risiken wie Stürzen, Druckgeschwüren, Thrombosen oder Lungenentzündungen.
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